Ferien für das Staatsballett Berlin


Am heutigen 7. Juli zeigen wir mit SCHNEEWITTCHEN unsere letzte Vorstellung dieser Saison. Danach verabschiedet sich das Staatsballett Berlin offiziell in die Sommerpause und ist ab 22. August wieder für Sie da.

Doch heißt das für die Tänzerinnen und Tänzer tatsächlich Beine hochlegen, Eis essen und es sich sechs Wochen lang gemütlich machen?

Wir haben uns gefragt: Was machen eigentlich die Tänzerinnen und Tänzer in ihrer freien Zeit? Können sie sich entspannen und das Nichtstun genießen oder wie sieht der Urlaub für die Künstler eigentlich aus?

Unsere Tänzerinnen Elena Pris und Elisa Carrillo Cabrera haben natürlich auch sechs Wochen lang frei und haben uns Rede und Antwort zu ihren Ferienaktivitäten gestanden.

In der Spielzeit 2010|11 sahen wir die beiden mitunter in folgenden Rollen:

Elena Pris & Elisa Carrillo Cabrera als Freundinnen der Fleur de Lys in LA ESMERALDA zusammen auf der Bühne. | Foto: Enrico Nawrath

 

 

 

 

 

 

 

Elena: Fleur de Lys und Freundin der Fleur de Lys (LA ESMERALDA) | Stiefmutter (SCHNEEWITTCHEN) | Nourmahal (LA PÉRI)| SYMPHONY OF SORROWFUL SONGS

Elisa: Esmeralda und Freundin der Fleur de Lys (LA ESMERALDA) | Schneewittchen (SCHNEEWITTCHEN) | WWW, die böse Hexe des Westens (OZ – The Wonderful Wizard) | SYMPHONY OF SORROWFUL SONGS


Elena:

Elena Pris | Foto: Enrico Nawrath

„In meiner freien Zeit mache ich am Liebsten all das, was ich im Laufe des Jahres nicht schaffe, zu tun. Zum Beispiel Schwimmen gehen oder Verreisen.

In den Ferien entspanne und erhole ich mich vom gesamten Jahr und versuche, den Kopf freizubekommen. Außerdem sammle ich neue Motivation für die nächste Spielzeit und erinnere mich an die schönen Momente der letzten Saison.

Meine Freizeit verbringe ich am Liebsten mit meiner Familie und engen Freunden. In der Sommerpause besuche ich zum Beispiel meine Familie in Russland.

Normalerweise trete ich in den Ferien nicht auf, aber ich trainiere privat. Beispielsweise fahre ich zu Trainings in verschiedene Länder. Im letzten Jahr habe ich zwei Wochen nichts getan, das war allerdings mehr als genug und schwierig, danach wieder in Form zu kommen. Eine Woche Entspannung – ganz ohne Sport – das ist genug.“

Auch Elisa wird sechs Wochen frei haben und hat uns erzählt, was sie in dieser Zeit tun wird.

Elisa:

Elisa Carrillo Cabrera | Foto: Enrico Nawrath

„Zuerst fliege ich nach Mexiko: In Mérida findet der X CONCURSO NACIONAL DE BALLET INFANTIL Y JUVENIL 2011 statt, ein Tanzwettebewerb für Kinder und Jugendliche. Mit ca. 13 Jahren habe ich hier zum ersten Mal mitgetanzt und bei meiner zweiten Teilnahme dann direkt den ersten Preis gewonnen. Hierdurch habe ich ein Stipendium erhalten, bin nach London gegangen, war danach in Stuttgart und bin dann schließlich hier in Berlin gelandet. Der Wettbewerb ist also der Grund dafür, dass ich nun in Europa bin. In diesem Jahr findet das zehnjährige Jubiläum mit einer großen Gala statt, bei der die ehemaligen Teilnehmer tanzen werden. Ich freue mich, dabei zu sein.

Danach werde ich meine Familie besuchen und die Zeit mit ihr und meinem Mann Mikhail verbringen. Ich habe zwei Brüder und auch sie und ihre Kinder werden da sein, ich kann dann also Tante sein und mich außerdem am Meer erholen.

Dann fliege ich nach Toronto in Kanada und gebe zum ersten Mal einen einwöchigen Sommerkurs für Kinder. Ich bin gespannt, wie es ist, als ‚Frau Cabrera, die Lehrerin‘ aufzutreten.

Ab Anfang August werde ich wieder anfangen, zu trainieren, denn nach drei Wochen ist es bereits ziemlich schwer, wieder in Form zu kommen. Eine Woche vor Spielzeitbegin tanze ich dann zusammen mit meinem Mann (Mikhail Kaniskin) bei einem Ballettfestival in Los Angeles.

Ich werde also ca. drei Wochen Urlaub machen und drei Wochen trainieren. Das heißt nicht, dass ich in der Zwischenzeit nichts tue, ich bleibe weiterhin aktiv, aber ich mache in meiner Freizeit gerne etwas anderes als Tanzen, zum Beispiel Schwimmen oder Laufen.

Es ist wichtig für mich, mal weg vom Arbeitsplatz zu sein, obwohl ich meinen Job natürlich liebe. Aber raus aus der Routine zu kommen, andere Luft, einen anderen Ort und andere Leute um sich herum zu haben, gibt neue Energie. Da reicht es schon aus, am Wochenende mal nach Potsdam zu fahren.

Ich mache in den Ferien Dinge wie jede andere Frau auch, gehe Kaffee trinken oder ins Kino, da nun einfach mehr Zeit dafür bleibt. Ich versuche, nicht mehr an die Arbeit zu denken und keine Termine zu haben oder keine Spitzenschuhe zu nähen, das hilft bei der Entspannung.

Ich habe zwar bereits viel geplant für die sechs Wochen, aber ich mache dennoch, was ich will und tanze nicht den ganzen Tag. Auch dem Körper tut es gut, mal etwas anderes zu machen. Besonders meinen Füßen wird eine Pause von den Spitzenschuhen gut tun. Ich werde Zeit haben, mich um meine Füße zu kümmern und endlich mal wieder zum Friseur zu gehen.“

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About Staatsballett Berlin

Im Januar 2014 feierte das Staatsballett Berlin sein 10-jähriges Bestehen. Doch die Tradition reicht weit darüber hinaus. Historisch betrachtet besteht die Compagnie aus einer Zusammenführung der vormaligen Ballettensembles der drei Berliner Opernhäuser im Jahr 2004. Seitdem hat sich das Staatsballett zu einer der führenden Compagnien weltweit entwickelt. Als derzeit größte Compagnie Deutschlands und als Berlins einziges klassisch geschultes Ballettensemble brillieren die Tänzerinnen und Tänzer der Compagnie in der gesamten Vielfalt des Ballettrepertoires: Fest verankert im klassischen Repertoire werden ebenso neoklassische und zeitgenössische Werke präsentiert. Getanzt wird auf den Bühnen der Deutschen Oper Berlin, der Komischen Oper Berlin und der Staatsoper im Schiller Theater. Seit 2011 hat das Staatsballett Berlin seinen Sitz in der Deutschen Oper Berlin. Im ehemaligen Malsaal und der Kaschierwerkstatt des Opernhauses entstanden moderne Ballettstudios, die hervorragende Arbeitsbedingungen bieten. Mit Beginn der Spielzeit 2014/2015 hat der Spanier Nacho Duato die Intendanz des Staatsballetts Berlin übernommen.

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