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VOLLER EINSATZ FÜR DEN TANZ


Charlotte Butler ist Produktionsleiterin beim Staatsballett Berlin und sorgt für einen reibungslosen Ablauf bei den Proben und hinter der Bühne. Im Herbst 2014 feierte sie ihr 40-jähriges Dienstjubiläum, ihre Laufbahn begann 1974 als Tänzerin im Ballett der Deutschen Oper Berlin.

Wann begann Ihre Kariere als Tänzerin und seit wann sind Sie an der Deutschen Oper Berlin beschäftigt?
Nach meiner Ballettausbildung in London führte mich mein erstes Engagement 1970 in die Schweiz, anschließend war ich zwei Jahre in Freiburg und ein Jahr bei Pina Bausch, bevor ich im August 1974 an die Deutsche Oper Berlin kam. Vorerst wurde ich als Gruppentänzerin engagiert und avancierte später zur Demisolistin und 1979 zur Solistin. Im späteren Verlauf war ich auch als Ballettmeisterin tätig und irgendwann ergab es sich, dass ich auch organisatorische Aufgaben übernahm. So rutschte ich peu á peu in meine heutige Tätigkeit und bin seit 1997 Produktionsleiterin.

Wie kann man sich diese Tätigkeit vorstellen? Was sind die genauen Aufgaben?
Unter anderem die gesamte Koordination der Proben: Täglich muss festgelegt werden, wer für welche Probe eingeteilt ist, das betrifft die Tänzer, Korrepetitoren, Ballettmeister, Choreographen, die wissen müssen wann sie wo zu sein haben. Es müssen Kostümanproben und Bühnenproben organisiert werden, am Abend der Vorstellung müssen Requisiten und Kostüme bereitgestellt werden … Hinzu kommt, dass wir auf den Bühnen der drei Berliner Opernhäuser tanzen und ich somit mit sehr vielen Kollegen kommunizieren muss, um gewährleisten zu können, dass zur Vorstellung alles glatt läuft.

Charlotte Butler an ihrem Arbeitsplatz beim Staatsballett Berlin. Foto: Agnieszka Jasinska

Sie fungieren somit als Schnittstelle zwischen dem Staatsballett und den drei Opernhäusern?
Ja, so kann man sich das vorstellen. Ich bin für jegliche Anfragen zuständig sowie auch für die Weitergabe von wesentlichen Informationen. Beispielsweise müssen bei kurzfristigen Besetzungsänderungen die zuständigen Kollegen aus dem Bereich Kostüm benachrichtigt werden, um die passenden Kostüme bereitzustellen, oder die Kollegen aus der Öffentlichkeitsarbeit, um die Namensänderungen zu publizieren.

Ist es eine Erleichterung, dass Sie bereits viele Abläufe als Tänzerin kennenlernen konnten?
Diesen Job kann man nur schwer ausführen, wenn man nicht auf diese Erfahrung zurückgreifen kann. Nicht, dass es unmöglich ist, aber in vielen Situationen bin ich sehr froh, dass ich mich auf diese Expertise stützen kann.

Bis vor kurzem standen Sie in Charakterrollen wie in „Peer Gynt“ oder „Romeo und Julia“ auf der Bühne. Kehren Sie gern hin und wieder dort wieder zurück?
Ja, diese Vielseitigkeit empfinde ich als sehr bereichernd.

Es ist also Ihr Traumjob?
Ja, es macht mich glücklich, weiterhin so nah dran am Ensemble sein können und meine langjährige Erfahrung in den Job einbringen zu können.

Was war das letzte Highlight?
Definitiv die Produktion „Masse“, eine Kooperation mit dem Berghain und Norbert Bisky, der das Bühnenbild entwarf. Das war eine sehr intensive und konstruktive Zusammenarbeit für alle Beteiligten. Auch die Arbeit mit Alexei Ratmansky war ein Highlight. Es ist nämlich mittlerweile nicht so häufig, dass die Choreographen ihre Stücke selbst einstudieren. Es ist immer wieder toll, mit Menschen zusammenarbeiten zu können, die mit so viel Hingabe ihren Job ausführen. Deshalb muss ich an dieser Stelle auch die  Zusammenarbeit mit Maurice Béjart am „Ring um den Ring“ erwähnen, die zwar schon länger zurückliegt aber für mich als Tänzerin und auch Produktionsleiterin einzigartig war.

 

TRAUMKINDER ZUM OLYMP


„TRAUMKINDER – Wenn der Schlaf mit mir tanzen will“ erhält den ersten Preis im Bereich Musiktheater innerhalb des zehnten Kinder zum Olymp!-Wettbewerbs. Das Tanzprojekt mit 150 Kindern aus fünf Berliner Schulen setzte sich gegen 675 Projekte durch. Die Auszeichnung wurde am 19. September 2014 in Anwesenheit von Bundespräsident Joachim Gauck übergeben, der die Schirrmherrschaft der Bildungsinitiative übernommen hat. „TRAUMKINDER – Wenn der Schlaf mit mir tanzen will“, initiiert von Tanz ist KLASSE! e.V. und dem Staatsballett Berlin, entstand in Kooperation mit der Deutschen Stiftung Schlaf. Im Mai diesen Jahres erlebte die Produktion ihre Uraufführung in der Staatsoper im Schiller Theater.


Bereits zum dritten Mal wird das Education-Programm des Staatsballetts Berlin mit dem ersten Preis im Bereich Musiktheater von Kinder zum Olymp! ausgezeichnet. Für „TRAUMKINDER – Wenn der Schlaf mit mir tanzen will“ erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler unter der professionellen Anleitung der Tanzpädagoginnen und -pädagogen von Tanz ist KLASSE! e.V. über ein halbes Jahr hinweg verschiedene Szenen zum Thema „Schlaf und Traum“. Die Zusammenarbeit mit der abschließenden Präsentation auf der Bühne der Staatsoper im Schiller Theater machte das Projekt für alle Mitwirkenden zu einem außergewöhnlichen Erlebnis und begeisterte die Kinder wie auch die Eltern und Lehrer nachhaltig für den Tanz und die interkulturelle Zusammenarbeit.
Ganz besondere Erlebnisse seien die Probenphasen und die Projektwoche gewesen, sagten auch die Schüler der Rosa-Parks-Grundschule aus Kreuzberg. Sie fanden nach einem Workshop beim Staatsballett Berlin so viel Freude am Tanzen, dass sie unbedingt regelmäßigen Tanzunterricht erhalten wollten. Die Finanzierung des wöchentlichen Tanzunterrichts in der Schule erfolgt nun durch die Elterngemeinschaft der Klasse. Unter den fünf mitmirkenden Schulen liegt der Migrationsanteil der Schülerinnen und Schüler zum Teil bei über 80%, einige der Familien sind erst vor wenigen Jahren nach Deutschland gezogen. Vielen der beteiligten Kinder blieb es bisher verwehrt, kulturelle Angebote der Stadt wahrzunehmen. Den Schulen und ihren Partnern aus der Kultur kommt somit eine immer bedeutendere Aufgabe zu. Tanz ist KLASSE! ermöglicht den Kindern einen spielerischen Zugang zu einem Teil der Berliner Kulturlandschaft.
Dr. Christiane Theobald, der Geschäftsführerin von Tanz ist KLASSE! und Stellvertretenden Intendantin des Staatsballetts Berlin war es außerdem wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler wie auch die Eltern erfuhren, was es bedeutet den Tanz als Profession auszuführen. „Um auch die Eltern in die Welt einzubeziehen, in die ihre Kinder während der Projektwochen eintauchen, haben wir die 150 Kinder mit ihren Eltern zum Besuch einer Generalprobe des Staatsballetts Berlin auf der großen Bühne der Deutschen Oper eingeladen. Außerdem konnten alle beteiligten Klassen zu Beginn des Schuljahres hinter die Kulissen des Staatsballetts und den Tänzerinnen und Tänzern Fragen zu deren Alltag stellen. Das war ein wichtiger und aufregender Startschuss für alle Beteiligten.“

TRAUMKINDER – Wenn der Schlaf mit mir tanzen will

Idee und Produktion
Tanz ist KLASSE! e.V. in Kooperation mit der Deutschen Stiftung Schlaf

Buch, Regie und Musikauswahl
Hanno Siepmann

Koregie, Bühne und Kostüme
Kathrin Hauer

Choreographien und Einstudierungen
Birgit Brux, Kathlyn Pope, Bettina Thiel, Doreen Windolf, Rebecca Berger

Produktionsassistenz
Stefan Witzel

Sounddesign und Musikproduktion
Felix Trawöger

Beteiligte Schulen
Erika-Mann-Grundschule, Rosa-Parks-Grundschule, Paula-Fürst-Gemeinschaftsschule, Lemgo-Grundschule, Ernst-Schering-Schule und das Kinderballett „Tanz ist KLASSE! – Kinder tanzen“

© Heiko Dittrich

FUNDSTÜCK DER WOCHE


Aus unserem Podcastarchiv haben wir für Euch eine Aufnahme aus dem Jahr 2010 zum Thema “Der Sprung” herausgefischt.

In einem Sprungtraining geben die Tänzer Dinu Tamazlacaru, Ulian Topor, Alexej Orlenco, Vladislav Marinov und Sergej Upkin einen Einblick in die Kunst des Springens. Die Schülerinnen Sandra Gräbert und Elza Herrlich von der Robert-Jungk-Oberschule erfahren aus nächster Nähe, was es heißt hoch zu springen und dennoch ohne große Geräusche auf dem Boden zu landen. Unter der Anleitung von Andrej Klemm, ehemaliger Ballettmeister beim Staatsballett Berlin, werden Kombinationen kleiner und großer Sprünge gezeigt und wichtige Punkte des Springens hervorgehoben.

Bitte beachtet, dass das ein Selfmade-Video der Schüler ist und keine technisch einwandfreie Profi-Aufzeichnung!

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