Was macht eigentlich…? – Freiwilliges Soziales Jahr Kultur: Lena


Dies ist der erste Artikel für die Rubrik „Was macht eigentlich…?“, in der in Zukunft gelegentlich Mitarbeiter der verschiedensten Abteilungen des Staatsballetts Berlin über ihren Arbeitsalltag berichten.

Heute ist Lena an der Reihe. Sie absolviert ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) beim Staatsballett Berlin. Das FSJ ist ein sozialer Freiwilligendienst, den Jugendliche und junge Erwachsene unter 28 Jahren nach ihrer Schulpflicht antreten können.

LENA

„Ich bin Lena, fast 20 Jahre alt und bin seit Anfang der Spielzeit, sprich Anfang September, beim Staatsballett Berlin. Im Endspurt meines Abiturs wurde ich tagtäglich mit der Frage nach dem Danach konfrontiert und konnte keine Antwort geben. Eine Bekannte erzählte mir von ihrer Nichte, die ein FSJ Kultur machte. Zuhause setze ich mich an den PC, googelte, bewarb mich, wurde eingeladen und genommen. Es war eine Kette glücklicher Zufälle, die mich hierhin nach Berlin verschlagen hat.

Ich komme aus einem Dörfchen in der Nähe von Düsseldorf (NRW). Durch meine jahrelange Tanzerfahrung – die aber niemals an das Niveau hier heranreichen wird – hat mich das Staatsballett direkt angesprochen. Und auch die Arbeit in der Marketing- und Presseabteilung. Ich konnte mir gut vorstellen was in diese Richtung zu machen – und kann es auch immer noch. Außerdem hatte ich 2007 bei meinem ersten Besuch in Berlin die Staatsballett-Vorstellung „Alice’s Wonderland“ gesehen und war total begeistert. Deswegen freue ich mich auch riesig auf die Produktion „OZ – The Wunderful Wizard“ desselben Choreographen (Giorgio Madia) im März.

Ich bin, wie gesagt, in der Presseabteilung – und auch ein bisschen im Marketing – tätig und unterstütze in erster Linie unsere Pressereferentin Marie. Es sind aber auch Aufgaben von unserem Leiter der Marketing- und Presseabteilung Wolfgang dabei. Je nachdem, was gerade so ansteht.

Meine täglichen Aufgaben sind allerdings in erster Linie: den Pressespiegel zu erstellen, sprich Publikationen über uns und Tanz allgemein zusammen zu tragen und weiterzureichen, die Pressewand zu aktualisieren (siehe Foto), das Pressekartenkontingent zu verwalten, E-Mails beantworten und Telefondienst. Ich helfe außerdem bei Versandaktionen (mein persönlicher Rekord: 400 Briefe in knapp 2,5 Stunden), mache Ablage und aktualisiere unseren Adressverteiler. Oft bearbeite ich auch Autogrammanfragen und suche dann die entsprechenden Tänzer.

LENA - FSJ-lerin der Presse/Marketing-Abteilung

Mein Arbeitstag beginnt meist um 9.30 Uhr und endet um 18.00 Uhr, es sei denn es stehen besondere Dinge an, wie zum Beispiel Premieren oder Fotoproben. Dann betreue ich die Journalisten und Fotographen. Es ist immer nett, auch mal die Gesichter zu den Stimmen oder Wörtern kennen zu lernen. Momentan kommt auch noch die Planung meines eigenverantwortlichen Projekts hinzu, ein Brunch, zu dem wir Geschäftspartner und Journalisten einladen wollen, um die neuen Räume in der Deutschen Oper zu präsentieren.

Hilfreiche Eigenschaften für diese Arbeit sind Organisations- und Zeitmanagement, Aufgeschlossenheit und Engagement sowie Teamfähigkeit und Kreativität.

Allgemein macht mir die Arbeit hier sehr viel Spaß und das Team ist sehr nett. Ich fühle mich hier gut aufgehoben. Die letzten 5 Monate vergingen wie im Fluge. Leider kommt jetzt die Zeit, in der ich mich konzentriert wieder mit der verhassten Frage auseinander setzen muss: „Was kommt danach?“. Darüber lässt sich momentan noch nicht viel sagen. Bisher ist nur recht klar, dass ich wieder etwas näher nach Hause ziehe, die Entfernung ist doch recht groß, besonders schwierig für eine Fernbeziehung und ein bisschen Heimweh kommt auch ab und an vor. Ich schwanke momentan auch noch zwischen Ausbildung und Studium, denn die praktische Arbeit hier hat mir gezeigt, dass ich mich ungern – wie meine meisten Freunde – hinsetzten möchte, um zu pauken. Zumindest in diesem Maße.

Ich kann ein FSJK nur empfehlen. Die Erfahrungen, die ich hier sammeln darf, sind sehr viel wert. Außerdem lernt man sehr viele interessante Menschen kennen, in meinem Fall die Tänzer, das Team, aber auch meine Mit-FSJKler. Es ist toll, Vladimir, Polina, Nadja und alle anderen Stars hier täglich bei ihrer Arbeit zu sehen und auch etwas kennen zu lernen.“

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