Bühnenabschied: Bettina Thiel


Bettina Thiel
ERSTE SOLOTÄNZERIN

Zum Bühnenabschied am 11. April 2012 als Mutter in SCHNEEWITTCHEN

Bettina Thiel, seit 1991 Erste Solotänzerin beim Ballett der Staatsoper Unter den Linden, seit 2004 auch beim Staatsballett Berlin, nimmt nach mehr als 30 Berufsjahren ihren Abschied von der Bühne. In Potsdam geboren erhielt sie an der Staatlichen Ballettschule Berlin ihre Ausbildung und wurde 1980 ins Ballettensemble der Deutschen Staatsoper Berlin engagiert.

Mit ihrer Persönlichkeit und ihrer glänzenden Technik war sie Muse für eine ganze Reihe der berühmtesten Choreographen ihrer Generation: Maurice Béjart kreierte für sie die Rolle der Bettina in NACHT/VERKLÄRTE NACHT (1993) und die Scheherazade in seiner Berliner Uraufführung APROPOS SCHEHERAZADE (1996). Rudolf Nurejew vertraute ihr 1994 die Titelrolle in RAYMONDA an, eine Bravourpartie; Patrice Bart erarbeitete mit ihr die Rolle der Königin in SCHWANENSEE (1997). Kreationen mit ihr schufen auch Jorma Uotinen (WOZZECK REFLEXE, 1994) oder Mark Baldwin (JOSEPHSLEGENDE, 1998). Legendär ist ihre Interpretation der Anita Berber in Roland Petits DIX ODER EROS UND TOD, das 1995 an der Staatsoper Unter den Linden uraufgeführt wurde.

Offen für neue Herausforderungen hat Bettina Thiel sich in ihrer Laufbahn ein umfangreiches Repertoire erarbeitet. Neben zahlreichen großen klassischen Partien – wie Marie in Wainonens NUSSKNACKER, Carmen in Alonsos CARMEN-SUITE, Odette/Odile in SCHWANENSEE, Mercedes und Kitri in DON QUIXOTE, Fliederfee in Nurejews DORNRÖSCHEN oder Myrtha in GISELLE – tanzte sie auch in Choreographien von Tom Schilling, Youri Vámos, George Balanchine, William Forsythe oder Nacho Duato, um nur einige zu nennen. Das Berliner Publikum dürfte sich noch bestens an ihre Darstellung der Erda in Maurice Béjarts RING UM DEN RING erinnern, an die weibliche Hauptpartie in Angelin Preljocajs LE PARC oder ihre Interpretation der Nadeshda von Meck in Boris Eifmans TSCHAIKOWSKY.

Enorme Ruhe und Bescheidenheit zeichnen sie als eine Künstlerpersönlichkeit aus, die sich immer jenseits aller Kategorien bewegt hat. Mit ihrer vollkommen mühelos wirkenden Bewegungssprache und einer ungewöhnlichen Bühnenpräsenz hat Bettina Thiel dem Ballett in Berlin über Jahrzehnte hinweg ein Gesicht gegeben – mit großer Gelassenheit und immer glamourös.
Sie bleibt dem Staatsballett Berlin als Pädagogin des Education-Programms Tanz ist KLASSE! verpflichtet, wo sie Kreativen Kindertanz unterrichtet.

VIELEN, VIELEN DANK für die wunderbaren gemeinsamen Jahre, liebe Betty!

Ein Kommentar Add yours

  1. Traviata sagt:

    Ich werde sie vermissen.
    In der nächsten Spielzeit steht ja (endlich! aber leider nur vier Vorstellungen!) wieder der „Ring um den Ring“ auf dem Programm.
    Bettina Thiel war die Erda, ich kann mir das Stück eigentlich gar nicht anders als mit ihr vorstellen . . .
    Alles Gute für die Zukunft, liebe Frau Thiel!

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