BALLETT-UNIVERSITÄT: Agnieszka Witkowska im Gespräch


Seit 2011 besteht die Kooperation BALLETT-UNIVERSITÄT zwischen dem Institut für Tanzwissenschaft der Freien Universität Berlin und dem Staatsballett Berlin.

Dieses bereits erfolgreich etablierte Projekt wurde 2011 von Dr. Christiane Theobald und dem Staatsballett Berlin in Zusammenarbeit mit dem Institut für Tanzwissenschaft der Frei­en Universität Berlin und dem dort wirkenden Zentrum für Bewe­gungsforschung unter der Leitung von Prof. Dr. Gabriele Brand­stetter ins Leben gerufen.

Zu dem Projekt gehören zum einen die wissenschaftlichen Vorträge, die monatlich stattfinden. Sie regen zum Nachdenken über Tanz an und vermitteln Philosophisches, Historisches und Wissens­wertes. Es geht um die Hintergründe, Zusammenhänge zur Ballettgeschich­te und die Aufführungspraxis.

Am Mittwoch, 13. Juni um 19.00 Uhr findet der letzte Vortrag dieser Saison statt:

Mariama Diagne spricht zum Thema „‚Tödlicher Übergang‘ – Choreographische Darstellungen von Figuren zwischen Leben und Tod im Tanztheater“

Ort: Freie Universität Berlin | Institut für Theaterwissenschaft | Treffpunkt (15 Minuten vor Vortragsbeginn): Haupteingang, Grunewaldstr. 35, 12165 Berlin
Zeit: 19.00 Uhr
EINTRITT FREI! > Anmeldung: ballettuniversitaet@staatsballett-berlin.de

Zum anderen beinhaltet die Reihe BALLETT-UNIVERSITÄT Einführungsvorträge zu unseren Inszenierungen. Diese bieten wir dem Publikum vor jeder Vorstellung an (ausgenommen sind Premieren und Sonderveranstaltungen).

Hier erfährt der Zuschauer Tanzgeschichtliches zu dem Werk, etwas über das Schaffen des jeweiligen Choreographen, aber auch Hintergründe zur Produktion und persönliche Eindrücke der Vortragenden.

Die Referentinnen sind allesamt Studentinnen des Fachs Tanzwissenschaft an der FU Berlin.

Wir haben mit einer der Referentinnen – Agnieszka Witkowska – über die Kooperation gesprochen.

Wie viele Studierende wechseln sich mit den Einführungsvorträgen ab?

Es sollten immer zwei Studierende ein Stück übernehmen. Natürlich gibt es auch Ausnahmen, wie es bei SCHWANENSEE der Fall war. Wegen der zahlreichen Vorstellungen (12!) haben drei Studentinnen das Stück übernommen, neben mir noch Maia und Mariama.

Wie viele verschiedene Produktionen erklärt eine Person und zu welchen hast du in der Spielzeit 11/12 etwas erzählt? Warum hast du gerade diese Produktion ausgewählt?

Die Anzahl der Produktionen, die eine Person erklärt, ist unterschiedlich. Das hängt von der Zeit und auch dem Interessengebiet desjenigen ab. Meistens finden sich dann auch zwei oder sogar drei Personen die eine Inszenierung übernehmen wollen.

Ich selbst habe in der Spielzeit 11/12 insgesamt vier Produktionen übernommen: LA ESMERALDA, SCHWANENSEE, OZ – The Wonderful Wizard und ROMEO UND JULIA.

Für mich bieten diese Werke das größte Spektrum: von den verschiedenen Choreographen bis hin zur Inszenierung. Außerdem waren es Produktionen, die meinem Interesse am nächsten liegen: Ballette, die auf einer Literaturvorlage basieren.

Ich habe mir meinen Vortrag meist alleine erarbeitet. Wenn, dann habe ich mich mit den anderen nur bezüglich der Eindrücke oder Probenunterschiede besprochen. Ansonsten schreibt jeder seine eigene Einführung.

Wie bereitet ihr euch auf die Vorträge vor?

Ruhig.😉 Ich glaube, die Vorbereitungszeit ist bei jedem von uns unterschiedlich. Meiner Meinung nach kann man sich nicht wirklich auf eine Einführung vorbereiten, da jede anders ist. Ein anderes Publikum, andere Erwartungen, andere Emotionen… Ich könnte sagen, dass man in die Rolle hineinwachsen muss, aber das würde auch nicht stimmen, weil jede Einführung genauso neu ist wie die erste, jedoch mit mehr Sicherheit und immer mehr Freude.

Was bewirkt die Kooperation bei dir?

Sehr viel! Ein größeres Selbstbewusstsein und neue Erfahrungen zum Beispiel. Mir persönlich hat die Kooperation sehr viel gebracht, sowohl für die berufliche Orientierung als auch für das Studium. Ich schreibe über PEER GYNT meine Masterarbeit. Die Kooperation hat meine Interessen innerhalb der Tanzwissenschaft gefestigt…

Hilft euch das Projekt für eure Zukunft?

Ich kann nur für mich sprechen, aber ich finde sehr. Es gibt mir mehr Sicherheit beim Auftreten und half bei der Findung des Themas für die Masterarbeit. Vielleicht ist sie sogar eine Vorgabe der Richtung für den späteren Beruf?

Wo liegen deine Berufsziele?

Da heutzutage der berufliche Weg sehr unklar ist, kann ich nicht sagen, was ich später werden möchte. Bestimmt keine Prinzessin oder kein Astronaut, ich denke auch Feuerwehrmann käme nicht in Frage. Ich könnte mir aber vorstellen in der Presse oder beim Marketing zu arbeiten. Natürlich wären allerlei Berufe, die gleichzeitig in Richtung Tanz gehen vom großen Vorteil.

Auch in den kommenden Wochen gibt es noch einige Werkeinführungen zu erleben! Jeweils 45 Minuten vor Beginn der Vorstellung.:

THE OPEN SQUARE am  14 | 19 | 22 | 25 Juni 2012: im Foyer der Komischen Oper Berlin

ROMEO UND JULIA am 15 | 17 Juni 2012: im Rang Foyer rechts der Deutschen Oper Berlin

2 Kommentare Add yours

  1. Irene Möller sagt:

    Agnieszka Witkowska – oft haben wir ihr bei ihren Einführungsvorträgen zugehört. So ist es eine gute Idee, daß das Staatsballett ein Interview mit ihr gemacht hat !🙂 Sie hat mit großem Sachwissen und ihrer klaren Sprache die – doch immer sehr unterschiedlichen Zuhörer – auf das jeweilige Ballett eingestimmt. Es ist sehr interessant zu lesen, daß sie die Vorträge größtenteils selbst geschrieben hat.
    Sie ist mit Herz und Seele bei ihrer Arbeit. Nicht anders läßt es sich erklären, daß sie „Peer Gynt“ für ihre Masterarbeit gewählt hat !
    Liebe Agnieszka – wir wünschen Dir viel Glück auf den Weg und eine große berufliche Karriere! Du solltest mit Menschen arbeiten, denn mit Deiner Ausstrahlung kannst Du Leute in Deinen Bann ziehen.
    Alles Gute und vielleicht bis bald🙂
    Irene Möller

    1. Liebe Irene, vielen lieben Dank. Wir leiten dein Lob an Agnieszka weiter!🙂

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