NEU IM ENSEMBLE


Deanna Pearson, Danielle Muir und Melissa Abel tanzen seit August im Corps de ballet des Staatsballetts Berlin. Die drei Ballerinas haben in der Berliner Compagnie ihr erstes Engagement nach einer langen, intensiven Ausbildung. Täglich trainieren die drei hart, um ihren Traum einmal Erste Solotänzerinnen zu sein, wahr werden zu lassen.

021213Staatsballett14Melissa Abel, Danielle Muir und Deanna Pearson (v.l.n.r.) © Bettina Stöß

Wo kommt ihr her? Wo und in welchem Alter habt ihr mit eurer Ballettausbildung angefangen?

Deanna: Ich bin aus den USA, und im Alter von sieben Jahren habe ich mit Ballett angefangen. Bisher war ich an der Kirov Academy in Washington D.C. und an der Alchmedova Ballet Academy.

Danielle: Ich komme aus Australien und habe mit sechs Jahren angefangen zu tanzen. Bisher war ich u.a. am National College of Dance in Australien und der Royal Ballet School in London.

Melissa: Ich komme ebenfalls aus den USA und tanze auch seit ich sieben bin. Meine Ausbildung habe ich an der Ballet and Dance Academy in Iowa und an der Ballettakademie München absolviert.

War euer Traumberuf schon immer, Tänzerin zu werden?

Deanna: Ja schon immer. Seit ich denken kann.

Danielle: Ja, Balletttänzerin zu werde, war immer mein Traum.

Melissa: Früher wollte ich Präsidentin werden. Ich war fasziniert von der Berühmtheit eines Präsidenten. Ich dachte mir, dass dies das beste sei, was man im Leben erreichen könnte. Ein Interesse an Politik hatte ich aber nicht. Als ich dann zwölf Jahre alt war, wusste ich, dass ich einmal Balletttänzerin werden möchte.

Welche Gründe stecken hinter eurem Traum, Tänzerin zu werden?

Deanna: Eigentlich gibt es verschiedene Gründe. Inzwischen ist das Ballett ein Teil von mir und ich kann es mir nicht vorstellen, ohne Ballett zu leben. Der Unterricht und die herzliche Atmosphäre machen mich glücklich und es fühlt sich an, als müsste ich tanzen.

Danielle: Es macht mich wirklich glücklich zu tanzen, und es wäre unvorstellbar es nicht zu tun. Seit ich klein bin, verfolge ich diesen Traum, denn ich liebe ich es verschiedene Rollen aufzuführen.

Melissa: Als ich das erste Mal hart mit meinen Lehrern trainiert habe, ist mir aufgefallen, dass ich auf diese Weise etwas erreichen und mich verbessen kann. Ich bin ihnen sehr dankbar, dass sie damals mit mir intensiv trainiert haben und dass ich nun heute hier in dieser Compagnie bin.

Wie stellt ihr euch eure Zukunft vor? Welche großen Rollen würdet ihr gern einmal tanzen?

Deanna: Natürlich ist es mein Traum einmal die Spitze der Compagnie zu erreichen und die Hauptrolle in einem der typisch klassischen Ballette zu tanzen, wie zum Beispiel SCHWANENSEE oder ROMEO UND JULIA.

Danielle: Auch ich würde gerne Erste Solistin werden und am liebsten einmal die Rolle der Julia in ROMEO UND JULIA tanzen. Aber ich liebe auch andere Ballett-Klassiker wie beispielsweise DON QUIXOTE.

Melissa: Mein Traum ist es einmal Erste Solistin zu sein, um dann die Hauptrolle in ROMEO UND JULIA zu tanzen. Ich liebe dieses Stück, vor allem wegen seinen wunderschönen Szenen und der schauspielerischen Fähigkeiten.

Habt ihr ein Vorbild?

Deanna: Nur eins? Das ist hart, denn mich faszinieren viele der bekannten Tänzerinnen, darunter auch Iana Salenko und Shoko Nakamura. Aber auch viele Solisten aus den bekannten russischen Ballett-Compagnien.

Danielle: Bei mir ist es neben Iana Salenko und Shoko Nakamura, auch Marianela Nuñez.

Melissa: Ich kann nicht bestimmte Namen von Tänzerinnen nennen, denn seit ihr hier bin, sehe ich jeden Tag die Ersten Solisten beim Training. Ich finde es wundervoll, mit ihnen gemeinsam zu trainieren und sie zu beobachten. Sozusagen sind sie alle meine Vorbilder.

Ihr habt auch Iana Salenko als eines eurer Vorbilder genannt. Wie fühlt es sich an sie jeden Tag beim Training zu sehen?

Deanna: Für mich ist es sehr inspirierend, mit Iana im Ballettsaal zu proben, doch erstaunt es mich, zu sehen, wie hart sie arbeitet, um in Form zu bleiben. Es ist schön jeden Tag mit ihr zusammen zu arbeiten.

Danielle: Ich teile mir mit einigen der Ersten Solistinnen eine Garderobe, deshalb versuche ich immer so normal wie möglich zu wirken und mir nicht anmerken zu lassen, dass sie eigentlich meine größten Vorbilder sind. Es ist toll, sie als Menschen und Freunde kennenzulernen.

Habt ihr Lampenfieber vor einem Auftritt bzw. wie bereitet ihr euch darauf vor?

Deanna: Kurz bevor die Vorstellung beginnt habe ich Lampenfieber, aber ich wärme mich gut auf und denke an das entsprechende Ballett, welches wir am Abend tanzen werden.

Danielle: Als ich kleiner war, hatte ich eine Menge Lampenfieber. Ich habe mich gefühlt, als müsste ich davonrennen. Inzwischen habe ich mehr Erfahrungen gesammelt, und ich bin nicht mehr nervös, sondern begeistert vor einer Vorstellung. Meistens suche ich mir einen ruhigen Platz, höre Musik, entspanne mich und wärme mich gründlich auf. Dann freue ich mich nur noch, dass ich gleich während der Aufführung mein Bestes geben kann.

Melissa: Ich bin nervös, aber ich glaube, das ist normal. Während ich tanze, vergesse ich alles um mich herum und genieße es, auf der Bühne zu stehen.

Fühlt ihr euch wohl in der Compagnie?

Deanna: Das Staatsballett Berlin ist die erste Compagnie, in der ich tanze. Hier lerne ich jeden Tag, was es heißt professionell zu tanzen.

Danielle: Ich habe keine andere Compagnie, mit der ich einen Vergleich ziehen könnte. Aber ich würde sagen, dass es eine tolle Compagnie ist. Ich kann mich verbessern und ich genieße es, in diesem Ensemble zu tanzen.

Melissa: Es ist schön, von all den anderen Tänzern umgeben zu sein. Vor allem an den Tagen, wenn man vielleicht nicht wirklich motiviert ist für das alltägliche Training, schaut man sich um und sieht jeden hart arbeiten. Man kann viel von den anderen lernen.

Habt ihr euch schon gut in Berlin eingelebt? Habt ihr vielleicht sogar schon einen Lieblingsplatz?

Deanna: Ich mag Berlin wirklich sehr. Es ist eine tolle Stadt, in die viele junge Leute ziehen und in der man viel erleben kann. Einen Lieblingsplatz habe ich noch nicht, da es hier einfach viel Auswahl gibt. Mir gefällt der Zoo aber sehr.

Danielle: Berlin ist nicht vergleichbar mit meiner Heimat. Hier ist es kalt und in Australien ist es um einiges wärmer als in Deutschland. Außerdem ist alles hier sehr viel hektischer, aber man kann in Berlin immer etwas unternehmen. Es gefällt mir hier sehr, obwohl für mich die Sprache noch immer ein Problem ist und ich leider nicht viel verstehe. Aber ich liebe das Schloss Charlottenburg mit seinen wundervollen Gärten.

Melissa: Mein Lieblingsplatz ist ein glutenfreies Restaurant, das ich hier entdeckt habe. Da ich allergisch bin, kann ich endlich alles von der Menükarte bestellen ohne auf Gluten zu achten. Dort fühle ich mich sehr wohl.

Habt ihr denn oft Heimweh?

Deanna: Ich habe nicht oft Heimweh, da ich immer etwas zu tun habe und auch viel arbeite. Natürlich vermisse ich meine Familie, aber ich fühle mich wohl, allein zu wohnen.

Danielle: Ich habe kein Heimweh, da ich davor bereits drei Jahre allein in London gelebt habe. In diesen drei Jahren habe ich mich daran gewöhnt, weit weg von daheim zu sein, und skypen macht es einem auch leichter, den Kontakt zu halten.

Melissa: Obwohl ich bereits einige Zeit allein gelebt habe, vermisse ich meine Familie sehr und es wäre schön, wenn sie öfter bei mir sein könnte. An manchen Tage wäre ich einfach nur gerne bei meiner Familie.

Wie gestaltet ihr eure Freizeit?

Deanna: Ich mag es sehr, die Stadt zu erkunden, aber ich lese und putze auch gern. Natürlich gibt es auch immer viel für den Beruf zu organisieren.

Danielle: Ich bin eigentlich ziemlich langweilig, wenn ich nicht tanze. Ich mag es sehr, daheim zu sein, im Bett zu liegen und Filme zu schauen.

Melissa: In der Gegend, in der ich wohne, ist leider nicht so viel los, deshalb ist es mir wichtig, dass ich unterwegs bin und andere Bezirke von Berlin kennenlerne. Ich mag es zu lesen, Filme zu schauen, aber vor allem Quiz Shows, bei denen man Geld gewinnen kann.

Das Interview führte Eva Czaja.

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