Workshop zu „Canova und der Tanz“


 

Antonio Canovas Skulptur „Tänzerin“ zieht die Besucher des Bode-Museums in ihren Bann. Die Ausstellung „Canova und der Tanz“ (21. Oktober 2016 bis 22. Januar 2017) rückt die Figur in den Mittelpunkt. Das Staatsballett Berlin und Tanz ist KLASSE! bieten über den gesamten Ausstellungszeitraum hinweg begleitende Vermittlungsangebote und Sonderveranstaltungen an.

Den Start bildete ein Ferienworkshop, der von Tanz ist KLASSE! zusammen mit der Abteilung Bildung und Vermittlung der Staatlichen Museen zu Berlin angeboten wurde.

Am ersten Workshop-Tag lud Tanz ist KLASSE! die zehn jugendlichen TeilnehmerInnen in die Räume des Staatsballetts Berlin ein, um sich vor Ort einen Eindruck vom Alltag eines Balletttänzers zu verschaffen und einen Blick hinter die Kulissen des Staatsballetts Berlin zu werfen. Neben einem aktiven Tanzworkshop, in dem sich die TeilnehmerInnen kennenlernten und erste Tanzfiguren ausprobierten, konnte die Gruppe an einer Führung durch den Kostüm- und Schuh-Fundus in der Deutschen Oper Berlin teilnehmen. Geführt durch ein Labyrinth an Ballett- und Opernkostümen sowie den kuriosesten Bühnen- und Tanzschuhen konnten die Jugendlichen staunend ihre Fragen stellen: Wie viele Kostüme gibt es im Schnitt je Produktion? Wie lange dauert die Herstellung, und wie werden sie gereinigt? Wie werden Spitzenschuhe gemacht, und wie lange hält ein Paar?

Nach einem informativen, spannenden ersten Workshop-Tag ging es am zweiten Tag ins Bode-Museum, in dem sich die TeilnehmerInnen die Ausstellung anschauen konnten. Die Bilder und Skulpturen von Antonio Canova weckten auf Anhieb erste Assoziationen, und die Jugendlichen begannen sich vorzustellen, aus welcher Bewegung heraus die von dem berühmten Bildhauer festgehaltenen Posen entstanden sein könnten. In einem Werkraum im Museum begannen sie, die Ideen in Tänze umzusetzen. Daneben erfuhren sie durch die Museumspädagogin Wissenswertes zur Entstehung der Skulpturen und wurden auf Besonderheiten aufmerksam gemacht.

An den darauffolgenden Tagen konnten die kleinen Choreographien gefestigt und passende Kostüme entwickelt wurden. Aus einfachen Materialien – Unterkleidern, Stoffen, Blumenkränzen, Bändern – wurden effektvolle Kostüme gestaltet, die denen der Skulpturen nahe kamen. Auch hier konnten die TeilnehmerInnen ihren Ideen freien Lauf lassen.

Am letzten Workshop-Tag war es dann soweit. Die Jugendlichen präsentierten vor Publikum, was sie in den letzten vier Tagen erarbeitet hatten. In einem Tanz durch die unterschiedlichen Ausstellungsräume des Museums zogen sie die gebannten Zuschauer mit sich und machten gleichzeitig auf die besonders beeindruckenden, zeichenhaften Bewegungen aufmerksam, die in den Zeichnungen und Skulpturen stecken – schließlich stellten sie diese in unmittelbarer Nähe zu den Ausstellungsobjekten selber dar.

In den nächsten Wochen können die Zuschauer leider nicht mehr in den Genuss der tanzenden Jugendlichen kommen, doch werden Staatsballett-Tänzer in dialogischen Führungen gemeinsam mit Kunstvermittlern des Museums durch die Ausstellung führen und durch tänzerische Sequenzen ergänzen. Auch die Gesprächsreihe „Ballett-Universität“ wird für ihre Veranstaltung am 14. Januar 2017 das Bode-Museum besuchen, um sich direkt vor Ort mit der Wechselwirkung von Tanz in der Bildenden Kunst auseinanderzusetzen.

Text: Henriette Köpke

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