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EIN TAG MIT …


Gentian Doda ist seit Beginn der Spielzeit 2014/2015 Erster Ballettmeister des Staatsballetts. In dem aktuellen Staatsballett-Magazin #3 gibt er Einblick in seine Arbeit mit Nacho Duato und dem Ensemble.

07.00 Uhr: „Die deutschen Tage beginnen so früh“, sagt Gentian Doda, nicht ohne zu seufzen. In Spanien, wo er jahrelang mit seiner Frau und seiner Tochter gelebt hat, ist erst um 9 Uhr Schulbeginn. In Berlin bringt der gebürtige Albaner seine Tochter schon um Viertel vor acht in die deutsch-spanische Grundschule in Charlottenburg. Danach trinkt er unterwegs noch einen Kaffee, bevor er gegen halb zehn in Turnschuhen und Jogginghose in seinem Büro am Staatsballett Berlin eintrifft. Viele Jahre schon arbeitet er mit Intendant Nacho Duato zusammen. Seit Beginn der Spielzeit ist er Erster Ballettmeister des Staatsballetts.

EIN TAG MIT ...09.30 Uhr: Dodas erste Proben sind an diesem Dienstag für 12.30 Uhr angesetzt. Vorher bespricht er sich in der Regel mit dem Intendanten. Gemeinsam diskutieren sie den Tagesablauf und kommende Aufführungen. Wenn Doda morgens allein ist, schaut er sich Aufnahmen aus den vorhergehenden Proben noch einmal genau an, um später an jenen Sequenzen zu arbeiten, die noch nicht reibungslos laufen.

12.30 Uhr: Mit einem Dutzend Tänzern probt Doda den „Violinenpart“ der Choreographie „Vielfältigkeit. Formen von Stille und Leere“: Dabei hantieren die Tänzer mit dünnen Stöcken, die wie ein Violinenbogen, aber auch wie ein Schwert eingesetzt werden. Gentian Doda ist seit seinem 18. Lebensjahr als professioneller Tänzer aktiv, davon acht Jahre als Solotänzer unter Nacho Duato in Madrid. Heute leitet der 37-Jährige die Proben anderer Tänzer. Den Pulli hat er bald ausgezogen. Das gelbe Longsleeve darunter bewegt sich nun mit jeder seiner stürmischen Armbewegungen mit.

14.00 Uhr: Das komplette Ensemble freut sich jetzt auf die Mittagspause, Gentian Doda freut sich auf ein wenig Ruhe. Gern sitzt er zwar mit den Kolleginnen und Kollegen zusammen oder mit Nacho Duato in dessen Büro – ums Essen geht es ihm aber weniger. „Mir reicht tagsüber eine Kleinigkeit“, sagt er. „Ich esse nicht, weil es an der Zeit ist, sondern wenn ich Hunger habe.“

15.00 Uhr: Die nächste Probe steht an: „Dornröschen“, ebenfalls eine Duato-Choreographie. In den kommenden drei Stunden werden gleich zwei Parts probiert: „Edelsteine“ und „Gold“. Die Choreographie ist bereits einstudiert. Nun feilt Doda mit den Tänzerinnen und Tänzern am Stil, an jedem noch so kleinen Detail der Choreographie, etwa an der Haltung einer Hand. Er weiß genau, wie Nacho Duatos Werke entstehen und was dieser sich bei den Gruppenszenen, den Pas de deux und bei jeder einzelnen Bewegung einer Figur gedacht hat. Die anderen Ballettmeister
arbeiten mit ihm zusammen. Hin und wieder schaut Nacho Duato vorbei und wirft einen prüfenden Blick auf die Probe.

18.30 Uhr: Feierabend! Manchmal geht Doda jetzt noch mit Duato oder anderen Kollegen etwas essen, heute möchte er jedoch nach Hause zu seiner Tochter. Seine Frau, ebenfalls eine ehemalige Tänzerin, ist diese Woche beruflich in Saarbrücken tätig. Früh ins Bett geht Doda deswegen nicht. Unter anderem weil er gerade als Freelance-Choreograph an einer eigenen Produktion arbeitet, die er im April in Rotterdam präsentiert.

MAKING OF: G I S E L L E


Polina Semionova, Patrice Bart und Nacho Duato geben Euch einen phantastischen Einblick in ihre Arbeit an der Wiederaufnahme von „Giselle”. Dank an Friedrich und Freunde

 

TRAUMKINDER ZUM OLYMP


„TRAUMKINDER – Wenn der Schlaf mit mir tanzen will“ erhält den ersten Preis im Bereich Musiktheater innerhalb des zehnten Kinder zum Olymp!-Wettbewerbs. Das Tanzprojekt mit 150 Kindern aus fünf Berliner Schulen setzte sich gegen 675 Projekte durch. Die Auszeichnung wurde am 19. September 2014 in Anwesenheit von Bundespräsident Joachim Gauck übergeben, der die Schirrmherrschaft der Bildungsinitiative übernommen hat. „TRAUMKINDER – Wenn der Schlaf mit mir tanzen will“, initiiert von Tanz ist KLASSE! e.V. und dem Staatsballett Berlin, entstand in Kooperation mit der Deutschen Stiftung Schlaf. Im Mai diesen Jahres erlebte die Produktion ihre Uraufführung in der Staatsoper im Schiller Theater.


Bereits zum dritten Mal wird das Education-Programm des Staatsballetts Berlin mit dem ersten Preis im Bereich Musiktheater von Kinder zum Olymp! ausgezeichnet. Für „TRAUMKINDER – Wenn der Schlaf mit mir tanzen will“ erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler unter der professionellen Anleitung der Tanzpädagoginnen und -pädagogen von Tanz ist KLASSE! e.V. über ein halbes Jahr hinweg verschiedene Szenen zum Thema „Schlaf und Traum“. Die Zusammenarbeit mit der abschließenden Präsentation auf der Bühne der Staatsoper im Schiller Theater machte das Projekt für alle Mitwirkenden zu einem außergewöhnlichen Erlebnis und begeisterte die Kinder wie auch die Eltern und Lehrer nachhaltig für den Tanz und die interkulturelle Zusammenarbeit.
Ganz besondere Erlebnisse seien die Probenphasen und die Projektwoche gewesen, sagten auch die Schüler der Rosa-Parks-Grundschule aus Kreuzberg. Sie fanden nach einem Workshop beim Staatsballett Berlin so viel Freude am Tanzen, dass sie unbedingt regelmäßigen Tanzunterricht erhalten wollten. Die Finanzierung des wöchentlichen Tanzunterrichts in der Schule erfolgt nun durch die Elterngemeinschaft der Klasse. Unter den fünf mitmirkenden Schulen liegt der Migrationsanteil der Schülerinnen und Schüler zum Teil bei über 80%, einige der Familien sind erst vor wenigen Jahren nach Deutschland gezogen. Vielen der beteiligten Kinder blieb es bisher verwehrt, kulturelle Angebote der Stadt wahrzunehmen. Den Schulen und ihren Partnern aus der Kultur kommt somit eine immer bedeutendere Aufgabe zu. Tanz ist KLASSE! ermöglicht den Kindern einen spielerischen Zugang zu einem Teil der Berliner Kulturlandschaft.
Dr. Christiane Theobald, der Geschäftsführerin von Tanz ist KLASSE! und Stellvertretenden Intendantin des Staatsballetts Berlin war es außerdem wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler wie auch die Eltern erfuhren, was es bedeutet den Tanz als Profession auszuführen. „Um auch die Eltern in die Welt einzubeziehen, in die ihre Kinder während der Projektwochen eintauchen, haben wir die 150 Kinder mit ihren Eltern zum Besuch einer Generalprobe des Staatsballetts Berlin auf der großen Bühne der Deutschen Oper eingeladen. Außerdem konnten alle beteiligten Klassen zu Beginn des Schuljahres hinter die Kulissen des Staatsballetts und den Tänzerinnen und Tänzern Fragen zu deren Alltag stellen. Das war ein wichtiger und aufregender Startschuss für alle Beteiligten.“

TRAUMKINDER – Wenn der Schlaf mit mir tanzen will

Idee und Produktion
Tanz ist KLASSE! e.V. in Kooperation mit der Deutschen Stiftung Schlaf

Buch, Regie und Musikauswahl
Hanno Siepmann

Koregie, Bühne und Kostüme
Kathrin Hauer

Choreographien und Einstudierungen
Birgit Brux, Kathlyn Pope, Bettina Thiel, Doreen Windolf, Rebecca Berger

Produktionsassistenz
Stefan Witzel

Sounddesign und Musikproduktion
Felix Trawöger

Beteiligte Schulen
Erika-Mann-Grundschule, Rosa-Parks-Grundschule, Paula-Fürst-Gemeinschaftsschule, Lemgo-Grundschule, Ernst-Schering-Schule und das Kinderballett „Tanz ist KLASSE! – Kinder tanzen“

© Heiko Dittrich

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